Königsteiner Stadelreihe jetzt doch mit Schießstand

Schützengesellschaft Tell 1923 macht unter neuer Führung eine Kehrtwende

KÖNIGSTEIN - Kehrtwende bei der Schützengesellschaft Tell 1923: Mit neuem Vorstand soll das Projekt "Stadelreihe" mit eigener Schießsportanlage jetzt doch weiterverfolgt werden.
Eine Fusion mit dem Schützenverein Neukirchen ist vorerst vom Tisch.

Bürgermeister Hans Koch neben der Stadelreihe, die schon seit längerer Zeit die Gemüter bewegen.

Bürgermeister Hans Koch neben der Stadelreihe, die schon seit längerer Zeit die Gemüter bewegen.

Die Einladung zur Mitgliederversammlung verhieß nichts Gutes. Fast der gesamte Vorstand hatte angekündigt, zurückzutreten. Turnusgemäß hätten die Neuwahlen erst 2020 stattgefunden. Schützenmeister Christian Kopp verlas zu den Gründen seines Rücktritts einen kurzen Text. So habe der Vorstand mehrheitlich beschlossen, aus dem Projekt "Sanierung Stadelreihe" auszusteigen. Wenn nun Teile der Mitglieder mit einem Antrag gegen diesen Beschluss vorgingen, zeige dies ein massives Misstrauen gegenüber ihm und dem Vorstand.

Er selber werde keine Entscheidung vertreten, die gegen seine Überzeugung sei, erklärte Kopp. Der Initiator des Antrages, Marktrat Hans-Martin Grötsch, betonte daraufhin, dass es bei dem Antrag nicht um die Person des Schützenmeisters, sondern um das Interesse des überwiegenden Teils der Mitglieder gegangen sei. Auf die Frage von Gauschützenmeister Dietmar Beyer, der den Wahlausschuss leitete, wer für das Amt des 1. Schützenmeisters kandidiere, herrschte zunächst Schweigen.

Schützenmeisters. Er habe nie gedacht, dass er nochmal ein Schützenamt übernehme, räumte Grötsch später ein. Erika Kugler wird ihn als zweite Schützenmeisterin unterstützen. Irene Zeyher wurde als neue Schriftführerin gewählt. Als Rüstmeister wird sich Karlheinz Ölmann um Waffen und Gerät kümmern. Peter Müller und Hans-Martin Grötsch sind die neuen Beisitzer. Schießleiterin Elke Stadter führt zunächst auch das Amt der Jugendleiterin.

Auf den neuen Vorstand kommen große Aufgaben zu. Bürgermeister Hans Koch (CSU-EL) umriss erstmals die Kosten, die mit der Sanierung Stadelreihe auf den Verein zukommen. Man habe sich im Marktgemeinderat intensiv unterhalten. Wichtig sei dabei gewesen, auf eine Gleichbehandlung aller Vereine zu achten, so Koch. Für die Nutzung des Gebäudes werde nach Beschluss des Marktrates ein Betrag von 30 000 Euro fällig. Dies sei der Eigenanteil für ein Nutzungsrecht ohne bauliche Maßnahmen. Es müsse eine Nutzungsvereinbarung auf Basis einer Erbpacht geschlossen werden.

Die Dienstbarkeit sei dann unbefristet, solange Verein und die Stadelreihe bestehen. Für die baulichen Veränderungen muss der Verein nach einer ersten groben Schätzung eine Summe von weiteren 107 000 Euro stemmen. Auch Koch hatte zuvor betont, dass es beim Antrag zur damaligen außerordentlichen Versammlung nicht gegen eine Person gegangen sei. Vielmehr hätten einige Mitglieder Bedenken geäußert und mehr Informationen bekommen wollen. Nach Kochs Ansicht müsse man weiter über ein neues Schützenheim reden und könne die Sache zu einem guten Ende bringen.

Zu vermelden gab es ferner einen Mitgliederschwund: Nach elf Austritten und einem Ausschluss gehören aktuell 82 Personen zum Verein. Jugendleiterin Martina Baumeister sah 2018 durchaus als erfolgreich an. Der Schützennachwuchs bestehe derzeit aus sechs Schülern und Jugendlichen. 

IRENE ZEYHER

 

Quelle: http://www.nordbayern.de/region/pegnitz/konigsteiner-stadelreihe-jetzt-doch-mit-schiessstand-1.8747761

Foto: Luisa Degenhardt